Von Greg Brazeau, Director of Sales, Utilities

Was wäre, wenn Ihr wichtigstes Asset nicht ein Transformator oder eine Umspannstation ist, sondern das System, das die Beziehungen zwischen all Ihren Assets und Tools versteht?
Lange Zeit wurde GIS eher als unterstützendes Werkzeug denn als strategisches System betrachtet. Es war einst das Fachgebiet von Spezialistinnen und Spezialisten, die Aufzeichnungen pflegten, Entwürfe erstellten und für Konnektivität sorgten. GIS erfüllte seine Aufgabe gut – doch die Welt veränderte sich still und leise. Heute stehen Versorgungsunternehmen unter dem Druck, das Stromnetz zu modernisieren, dezentrale Energiequellen zu integrieren, Zuverlässigkeitsvorgaben einzuhalten und steigende Kundenerwartungen zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund besteht das neue Ziel darin, „zukunftsfähige“ Systeme zu schaffen, die für Veränderungen ausgelegt sind. In diesem Kontext wird GIS zum zentralen Intelligenzsystem für den gesamten Lebenszyklus von Assets.
GIS als Kernsystem für Wartung und Lebenszyklusentscheidungen
Versorgungsunternehmen legen zunehmend Wert auf operative Entscheidungsunterstützung und Predictive Maintenance. In einer aktuellen Umfrage unter VertiGIS Kunden gaben 69 % der Fachkräfte aus dem Versorgungssektor an, dass GIS für Wartungs- und Lebenszyklusentscheidungen zentral sei. Dies spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Versorgungsunternehmen wünschen sich bessere Einblicke in den Zustand, das Risiko und die Leistung ihrer Assets. Gleichzeitig sollen Inspektionsdaten direkt in die Investitionsplanung und das Arbeitsmanagement einfließen.
Moderne Analysen und KI werden zunehmend Teil dieses Prozesses. GIS liefert den räumlichen und netzwerkbezogenen Kontext, der für vorausschauende Modelle, Anomalieerkennung und Risikoanalysen benötigt wird. Wenn Versorgungsunternehmen genauere und zeitnahe Entscheidungsunterstützung suchen, wird GIS zu einem zentralen System für Asset Intelligence, das Planung, Betrieb und Wartung verbindet. Der Effekt ist messbar: So kann der Einsatz von Predictive Analytics im Bereich der elektrischen Infrastruktur bis zu 20 % weniger ungeplante Ausfälle und 15 % höhere operative Effizienz erzielen.
Warum Versorgungsunternehmen auf Web-First-GIS setzen
Ein Web-First-Ansatz wird für Versorgungsunternehmen immer wichtiger, die konsistenten Zugriff auf aktuelle Netzinformationen benötigen. Browserbasierte Systeme ermöglichen es Außendienstmitarbeitenden, Ingenieur*innen, Planenden und Betriebspersonal, in derselben Umgebung zu arbeiten – ohne Versionskonflikte oder spezielle Installationen. Dies reduziert die Abhängigkeit von wenigen Fachleuten und verbessert die Datenqualität.
Web-First GIS erleichtert zudem regelmäßige Updates. Downtime durch Upgrades oder IT-Freeze-Perioden wird minimiert, und Versorgungsunternehmen können sich leichter an das sich weiterentwickelnde Esri-Ökosystem anpassen. Dies ist besonders wichtig für Organisationen mit verteilten Netzen oder neuen Betriebstechnologien. Ein Beispiel: Georgia Power nutzte GIS, um ein webbasiertes Standortauswahl-Tool zu entwickeln, das Unternehmen und Stakeholdern ermöglicht, dynamisch mit Grundstücksdaten, Karten und demografischen Ebenen zu interagieren.
Moderne Plattformen berücksichtigen außerdem Datensicherheit, Offline-Zugriff und die Integration von Altsystemen durch verschlüsselte Kommunikation, rollenbasierten Zugriff, Multi-Faktor-Authentifizierung, Offline-Caching und sichere API-Verbindungen. Mit zunehmender Reife dieser Funktionen wird ein Web-First-Modell zur verlässlichen und resilienten Wahl für den operativen Einsatz. Bis 2030 ist ein starker Anstieg zu erwarten, da Versorgungsunternehmen räumliche Workflows näher an Echtzeit-Operationen bringen.

Flexibilität als operative Anforderung
Kein Versorgungsunternehmen verwaltet identische Netze. Unterschiede bei Geräten, historischen Designs, Betriebsverfahren und Datenmodellen erfordern Systeme, die sich anpassen können, statt starre Vorlagen aufzuzwingen. Flexibilität ermöglicht es GIS, das Netz präzise abzubilden und gleichzeitig mit dem Utility Network von Esri kompatibel zu bleiben.
Flexibilität unterstützt auch Interoperabilität. Modernes GIS muss OMS, EAM, ADMS, DMS, DERMS, Inspektions-Tools und Kundensysteme verbinden können. Saubere Datenflüsse über das gesamte Unternehmen hinweg stellen sicher, dass operative Entscheidungen, Wartungsmaßnahmen und Planungsprozesse auf konsistenten Informationen basieren. Eine flexible Architektur reduziert kundenspezifische Programmierung, senkt langfristige Wartungskosten und gewährleistet, dass GIS mit technologischen und regulatorischen Änderungen Schritt halten kann.
Unterstützung der Netzmodernisierung
Die Modernisierung der Netze bringt neue operative Anforderungen. Versorgungsunternehmen integrieren erneuerbare Energien, steuern das Wachstum von Ladeinfrastrukturen für E-Fahrzeuge und bewältigen dynamischere Lastprofile. GIS unterstützt diese Aktivitäten, indem es ein zuverlässiges Netzmodell bereitstellt, Kapazitätsengpässe identifiziert und bessere Standort- und Anschlussentscheidungen ermöglicht.
Modernisierung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Datenmigration, Qualifizierung der Mitarbeitenden und Change Management erfordern gezielte Planung. Diese Themen können die Einführung verzögern. Doch Unternehmen, die sie früh angehen, profitieren langfristig von effizienteren Abläufen und stärkerer Leistungsfähigkeit.
Wahl einer Architektur für das nächste Jahrzehnt
Versorgungsunternehmen sitzen auf einem Datenschatz aus geografischen und Asset Daten. Sie benötigen eine Architektur wie VertiGIS Networks, die anpassungsfähig bleibt, während sich operative Anforderungen weiterentwickeln: Asset-zentriert, Web-First, flexibel und für die Integration in die gesamte Unternehmens-IT ausgelegt. GIS wird so zum zentralen System für Asset-Verständnis, operative Unterstützung und langfristige Netzplanung.
Weitere Informationen, wie VertiGIS Versorgungsunternehmen bei Implementierung, Integration und langfristigem Systemmanagement unterstützt, finden Sie auf unserer Service-Seite oder indem Sie uns für eine Demo kontaktieren.